SchauBurg Part II – 1989–2011
Nach dem Weggang Juergen Fluegges nach Esslingen und einem kurzen Gastspiel von Frau Barbara Fischer als Intendantin berief die Stadt Muenchen 1989 den Holländer George Podt mit seiner Frau Dagmar Schmidt zur Leitung des Hauses.
Mit Dagmar hatte ich 1982 angefangen bei der SchauBurg, später auch fuer das Nuernberger Theater mir ihr gearbeitet. George war mir flüchtig bekannt als Leiter der holländischen Theatergruppe „Wederzijds“, von denen ich bei SchauSpielen schon einiges gesehen, was mich sehr beeindruckt hatte. Beide wussten, daß ich mich eigentlich verabschieden wollte vom Haus wegen meiner vielen anderen Projekte. Aber: die Beiden wollten mich als Grafiker haben und überzeugten mich auch schnell mit ihrem Konzept.
Sie betrachteten die „Visualisierung“ einer Aufführung als wichtigen Bestandteil einer Inszenierung. Und sie räumten mir dabei mehr Freiraum ein als ich wollte oder brauchte! Und: die Ideenfindung sollte im kleinen Kreis stattfinden.
Mein Interesse war und ist unverändert: die richtigen Leute draussen mit den richtigen Mitteln auf die richtigen Leute drinnen aufmerksam zu machen! Und dafuer spiele ich als Grafiker die ganze Klaviatur, zu der ich fähig bin. Wenn dabei Bilder entstehen, die ohne die jeweilige Inszenierung interessieren und „kuenstlerische Qualität“ besitzen, bin ich natuerlich nicht unglücklich darueber. Aber dies steht für mich nicht im Vordergrund.
Jedenfalls: wie immer sollte auch damals unter der neuen Intendanz erstmal ein neues Erscheinungsbild – sprich „tolles Logo“ geschaffen werden. Das konnte ich verhindern, denn nach meiner Erfahrung kommt man mit einem zu prägnanten Logo schnell in Konflikt mit anderen oder wichtigeren Bildaussagen und Stilfragen. Ich wollte diesen „Wiedererkennungswert“ durch Format, Layout, Typo und auch Illustrationsstil erreichen. Eine Plattform für ein zukünftiges Arbeiten schaffen, über die jede Produktion – individuell deren Inhalt und Ästhetik entsprechend – vermittelt werden kann. Egal ob über Zeichnung, Collage, Gemälde, Foto, Typo oder was auch immer. Unabhängig ob von mir oder von anderen.
In den vergangenen 20 Jahren entstanden so mehr als hundert Hauptproduktionen neben vielen anderen kleineren Gast- und Koproduktionen. Da die SchauBurg aus Kostengründen wenig an Litfasssäulen erscheint, kennen die meisten Schwabinger nur die Transparente am Haus.
Mein Anliegen ist es, die Leute mit meinem Plakat neugierig auf das Theater zu machen. Dazu ist mir fast jedes Mittel recht. Aber: Ich möchte nicht zu hören bekommen „...schönes Plakat, aber was hat es mit dem Stueck zu tun?“